Vereinsemblem
Schützenverein von 1900 e.V. Berenbostel
 

Der Schießsport

Schießsport oder auch Sportschießen ist der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust). Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln, die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen Bedeutung als Schusswaffe - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten.
Im Gegensatz zu anderen Ländern, wie z.B. den USA, wird in Deutschland der offizielle Schießsport streng abgegrenzt vom militärischen Schießen und hat mit "wehrsportlicher Ertüchtigung" überhaupt nichts gemein.
 
 

Historische Entwicklung

Im Mittelalter wurde aus der Notwendigkeit des Selbstschutzes für die heranwachsenden Städte das Schießen mit Handbogen und Armbrust als sportliche Übung für die Bürger eingeführt. Hieraus entstanden später Schützenvereine.
Sie gaben sich Ordnungen und Regeln, aus denen später Satzungen wurden. Die Schützenvereinigungen erhielten vielerorts besondere Privilegien und wurden von den Obrigkeiten über Jahrhunderte hinweg gefördert bis hinein in unsere Zeit.

 

Grundzüge des Sports

Beim Sportschießen geht es darum, durch Einklang von Körper (statischem Aufbau und Körperbeherrschung) und Geist (innere Ruhe und Kontrolle von äußeren Einflüssen) die Mitte einer Schießscheibe zu treffen. In erster Linie ist Sportschießen ein Konzentrationssport. Je nach Anschlagart bedarf es aber auch Ausdauer und Kraft.

Sportschießen eignet sich für alle Altersgruppen und gleichermaßen für Frauen und Männer. Körperbehinderte können ebenfalls an allen Schießsportdisziplinen teilnehmen. Für sie gibt es verschiedene Sonderregelungen, so dürfen einige Körperbehinderte Wettkämpfe auch im Sitzen durchführen.

Piktogramm Sportschießen Olympia 2008

Bei Wettkämpfen gibt es keine Altersbegrenzung nach oben. Wer sich fit genug fühlt, kann auch noch mit über 85 Jahren an Wettkämpfen teilnehmen. Schießsport kann als Einzel- oder Mannschaftssportart betrieben werden.
 

Verbreitung des Schießsports

Einerseits ist der Schießsport in Deutschland stark verbreitet, denn in allen Regionen Deutschlands gibt es Schützenvereine und die Verbände der Sportschützen liegen mit ihren Mitgliederzahlen seit Jahren sowohl auf Bundesebene als auch auf Landes- und Kreisebene regelmäßig auf dem dritten oder vierten Platz.
Andererseits kommt der Schießsport in der öffentlichen Aufmerksamkeit bei überregionaler Presse, Funk und Fernsehen nicht zum Tragen.

Dort wird das Sportschießen eher als Randsportart betrachtet, weil es prinzipbedingt weniger medienwirksam ist. Das liegt daran, daß im Schießsport - mit Ausnahme des Biathlons - wenig visuelle, den Zuschauer ansprechende Vorgänge geschehen. Außerdem ist die Möglichkeit der Wahrnehmung der Emotionen des Athleten durch den Zuschauer eingeschränkt, weil sich der Zuschauer aus Sicherheitsgründen nur im Rücken des Schützen aufhalten kann.

Dachverbände des Schießsports Dachverbände des Schießsports

Dachverbände des Schießsports Dachverbände des Schießsports

Zu den olympischen Disziplinen gehört das Sportschießen bereits seit 1896 in Athen, wo bereits fünf Wettbewerbe aus dem Bereich des Schießsports ausgetragen wurden. Mit Ausnahme der olympischen Spiele 1904 und 1928 war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms.
 

Sicherheit

Obwohl sowohl Bogen- als auch Schußwaffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen können, ist Sportschießen ein eher ungefährlicher Sport. Der Sicherheit wird im organisierten und strikt reglementierten Schießsport Rechnung getragen, indem an Schießstandbauweise, Waffenaufbewahrung und Aufsichtspersonal von Gesetzgebern, Berufsgenossenschaften und Verbänden strenge Anforderungen gestellt werden. Im Kinder- und Jugendbereich gelten aufgrund des Waffengesetzes erhöhte Anforderungen. Einzelheiten sind in der Rubrik "Waffenrecht" erläutert.

 
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