Vereinsemblem
Schützenverein von 1900 e.V. Berenbostel
 

Eichenlaub

Die Eiche besitzt besonders in Deutschland einige Symbolkraft ("Deutsche Eiche"), sie galt aber weithin als heilig, überall da, wo Menschen diesen Baum kannten. Ihr hartes Holz und ihr spät fallendes Laub machten sie seit der Zeit der Germanen zum Symbol für Unsterblichkeit, Standhaftigkeit, Kraft, Beharrlichkeit, Männlichkeit und Willensstärke. In jüngerer Zeit, besonders seit der Romantik, gilt die Eiche zudem als Symbol der Treue. Im 18. Jahrhundert wurde die Eiche in Deutschland zum Symbol des Heldentums, seit Beginn des 19. Jahrhunderts gilt das Eichenlaub als Siegeslorbeer.
Eichenlaub-Anstecker
 
Das Eichenlaub ist ein beliebtes politisches Symbol. Besonders ab der Zeit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 und dem Gefühl nationaler Einheit erfolgte ein immer größerer Einzug in die deutsche Symbolsprache. Das Eichenlaub wurde gebraucht, missbraucht, nur verbraucht hat sich seine Symbolik nicht.
Bemühungen mit der Tradition zu brechen, scheiterten oder waren nicht von Dauer. Die Eichen wollten nicht weichen. Um das nachzuweisen, muss man nicht tief in die Archive hinabsteigen. Der Beweis dafür liegt immer noch auf der Hand. Ein Blick auf die Rückseiten der deutschen Euro-Münzen (1-, 2- und 5-Cent) genügt.
 
Auch die Schützen bedienen sich des Eichenlaubs und seiner Symbolkraft. Das Eichenlaub findet Verwendung auf Orden und Abzeichen.
Eichel-Anhänger
 

Schutzpatrone

Das Schützenwesen steht in Verbindung mit fünf Schutzpatronen:
- Sebastian 20. Januar
  Sebastian wurde wegen seiner religiös motivierten Taten mit Pfeilen durchschossen, jedoch nicht getötet. Als seine Wunden verheilt waren, trat er öffentlich vor den Herrscher, um ihm die Grausamkeit und Sinnlosigkeit seiner Verfolgung vorzuhalten. Sebastian ist der Patron der Schützengilden.
     
- Georg 23. April
  Georg kämpfte als Ritter gegen einen Drachen, der die Stadt Silena mit seinem Gifthauch verpestete. Er schwang seine Lanze und durchbohrte mit der Kraft seines Glaubens das Untier. Georg gilt als Schutzpatron der Schützen.
     
- Christina 24. Juli
  Christina wurde wegen ihres Glaubens gemartert und mit einem Mühlstein um den Hals in den See geworfen. Da sie auf wunderbareweise nicht untergegangen ist, wurde sie schließlich durch Pfeile getötet. Christina ist Patronin der Bogenschützen.
     
- Dionysius 9. Oktober
  Dionysius wurde wegen seines Glaubens auf dem Richtplatz enthauptet. Danach soll er aufgestanden sein und mit seinem Kopf in den Händen ein Stück weit gelaufen sein, um ihn dorthin zu tragen, wo er begraben sein wollte. Dionysius ist Patron der Schützen.
     
- Hubert(us) 3. November
  Hubert(us) lebte als Einsiedler in Frankreich und wirkte als Glaubensbote. Er ernährte sich von der Jagd und wurde später zum Bischof von Maastricht. In seine Vita ist auch die Legende von Eustachius eingeflossen, dem bei der Jagd ein weißer Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen den Geweihstangen erschien und ihn zum Glauben bekehrte. Hubert(us) ist Patron der Schützen.
 
Die Schützenliesl gehört nicht zu den Schutzpatronen. Sie ist eine bekannte Schützenfestprominente, die eigentlich gar nicht Liesl hieß, sondern Coletta Möritz. Sie war Ende des 19. Jahrhunderts eine erfolgreiche Gastronomin, die eher als eine Art Pin-Up-Girl für Bierfeste berühmt wurde. Als Kellnerin traf sie in München den Maler Friedrich August von Kaulbach. Der malte Möritz mit neun Bierkrügen balancierend auf einem Bierfass und erschuf damit einen Werbeträger und Mythos, der sich bis heute hält. Coletta Möritz wurde 93 Jahre alt und starb 1954, aber sie wurde in Liedern bedacht und auf manchem Bieretikett. Und so wird auch heutzutage auf Schützenfesten noch kräftig gesungen: "Schützenliesl, dreimal hat's gekracht / Schützenliesl, du hast mir das Glück gebracht".
 
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